|
Wer mit seinem Ofen mehr als nur die gute Stube erwärmen möchte sollte sich mal die wasserführenden Kaminofen der verschiedenen Hersteller ansehen. Diese Modelle verfügen über ein Wasserreservoir, zum Beispiel in Form wasserführender Wände oder eines Wassereinsatzes. Das vom Ofen erwärmte Wasser (bzw. dessen Wärme) wird bei Erreichen einer Schwellentemperatur über einen Wärmetauscher in das bestehende Heizungssystem des Hauses eingespeist. Der Kaminofen liefert somit zusätzlich zur Strahlungswärme warmes Wasser zum Duschen und unterstützt den Heizkessel bei der Erwärmung des Wassers für die Heizkörper. Durch die zusätzlich benötigten Rohrleitungen für Zu- und Abfluss des Wassers ist die Installation wasserführender Kaminöfen in der Regel teurer als die eines herkömmlichen Modells. Allerdings kann dieser Mehraufwand durch eine höhere Energieausbeute kompensiert werden. Insbesondere im Zusammenspiel mit einer Thermo-Solaranlage zur Brauchwassererwärmung kann diese Variante sinnvoll sein. Wenn in den Wintermonaten die Sonnenenergie zur Erwärmung des Wassers nicht ausreicht kann der Kaminofen unterstützen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie z.B. in dem Buch Feuer + Wasser: Wasserführende Kaminöfen. |
|
|
Da moderne Niedrigenergiehäuser über eine extrem dichte Hülle verfügen, muss regelmäßig gelüftet werden um Feuchtschäden wie z.B. Schimmel zu vermeiden. Viele Häuser verfügen deshalb über eine kontrollierte Lüftungsanlage, die diese Aufgabe übernimmt. Die Anlage bläst frische Luft in bestimmte Räume ein und saugt sie aus anderen Räumen ab. Durch das Absaugen kann ein Unterdruck entstehen, der gefährliche Gase aus dem Ofen in den Wohnraum zieht. Der gleiche Effekt kann auch von einer Dunstabzugshaube mit Abluft verursacht werden. Raumluftunabhängige Kaminöfen sind so dicht, dass auch bei Unterdruck keine Gase aus dem Ofen austreten können. Weiterhin müssen Sie z.B. über eine selbstschließende Feuerraumtür verfügen. Erkennbar sind diese Öfen an der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik („Z-Nummer“).  Ob Sie einen raumluftunabhängigen Ofen benötigen, sollten Sie im Interesse der eigenen Sicherheit auf jeden Fall mit Ihrem Ofenbauer und Schornsteinfeger abstimmen. Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erhalten Sie vom Hersteller Ihres Ofens, sofern dieser die Kriterien erfüllt hat. |
|
Neben der gemütlichen Atmosphäre ist das Sparen von Heizkosten sicherlich einer der wichtigsten Gründe für die Anschaffung eines Kaminofens. Die Ölkosten sind in den letzten Jahren auf Rekordniveau gestiegen, und die langsam aber sicher schwindenden Vorkommen werden wohl nicht zur Verbesserung der Lage beitragen. 20% der Haushalte in Deutschland decken deshalb inzwischen zumindest einen Teil Ihres Heizbedarfs mit Holz. Wie viel lässt sich denn durch Einsatz eines Kaminofens nun sparen? Eine genaue Antwort auf diese Frage lässt sich pauschal natürlich nicht geben. Das Sparpotential hängt ab von Holzpreis, Schnitt des Hauses oder der Wohnung, Wirkungsgrad des Ofens und vielen Größen mehr. Grob kann man sagen das sich irgendwo zwischen 10 und 30% der Heizkosten einsparen lassen sollten. Um an die 30% zu kommen müsste man allerdings schon nahezu die gesamte Wohnfläche mit Holz beheizen. Das ist besser mit einer Holzpellets-Zentralheizung als mit einem Kaminofen machbar. Die folgenden Zahlen illustrieren die durchschnittlichen Jahres-Heizkosten eines 1-Familienhauses mit verschiedenen Brennstoffen: Brennholz: 1000€ Pellets: 900€ Erdgas & Öl: 1700€ Elektroheizung: 2300€ Wie schon an anderer Stelle bemerkt, ist der Preis von Brennholz nicht so fix wie z.B. der von Heizöl und lässt sich durch körperlichen Einsatz noch deutlich senken. Fazit: Mit einem Kaminofen lassen sich die Heizkosten definitiv reduzieren, das Einsparpotential ist allerdings begrenzt. Wem es in erster Linie ums Geld geht, der sollte zunächst weitere Möglichkeiten wie den Einbau einer Pellets-Anlage oder die Verbesserung der Dämmung prüfen. |
|
|
Was kostet ein Kaminofen? |
|
Kaminöfen gibt es in allen Preisklassen. Die Angebote aus dem Baumarkt beginnen bei ca. 300€. Man kann für einen qualitativ hochwertigen Ofen allerdings auch viele tausend Euro ausgeben. Neben dem Inhalt des Portemonnaies ist vor allen Dingen die geplante Verwendung wichtig für die Auswahl und damit den Preis. Für Einsteiger
Möchten Sie nur ab und an ein wenig Lagerfeuerromantik für sich und Ihre Gäste ins Haus holen? In diesem Fall tut es auch ein einfacher Ofen aus dem Baumarkt ohne viele Features. Der niedrige Preis ab ca. 300€ führt im Allgemeinen zu Abstrichen bei Verarbeitung (Kanten, Schweißnähte) und Wirkungsgrad. Für ein gelegentliches knisterndes Feuer bei einem guten Glas Rotwein kann man aber damit leben... Achten Sie aber trotzdem darauf dass der Ofen alle gängigen Richtlinien und Umweltschutzverordnungen erfüllt. Das Arbeitstier
Anders sieht die Sache aus wenn der Kaminofen einen Teil der bestehenden Heizung ersetzen, oder gar die Heizquelle Nummer eins werden soll. In diesem Fall wird man die Investition von 1500€ bis 4000€ für ein Qualitätsprodukt aus dem Fachhandel nicht bereuen. Billigmodelle haben oft einen schlechteren Wirkungsgrad, der zu höherem Holzverbrauch führt. Auch ist für den „echten Heizbetrieb“ eine Ummantelung aus wärmespeicherndem Material (z.B. Speckstein) zu empfehlen die den einfachen Stahlmodellen fehlt. Eine Tür mir Mehrfachverriegelung verhindert dass Gase in den Wohnraum entweichen können. Die Premiumklasse
Bei 4000€ ist natürlich noch lange nicht Schluss. In der Premiumklasse spielen Design, Verarbeitung und edle Materialien wie Marmor die entscheidende Rolle. Für einen Designerofen kann man durchaus auch 10.000€ ausgeben. Ein Preisvergleich der Kaminofen namhafter Hersteller lohnt sich. |
Damit die Freude an Ihrem Kaminofen möglichst lange währt sollten Sie Folgendes beachten:
Voraussetzungen prüfenDie Modellvielfalt scheint auf den ersten Blick gewaltig. Neben Ihren geschmacklichen Kriterien sollten Sie aber vor allen Dingen prüfen ob technische Bedingungen die Auswahl einschränken. Wohnen Sie zum Beispiel in einem Niedrigenergiehaus muss der Ofen raumluftunabhängig sein.
Schornsteinfeger einbeziehenWer einen Kaminofen kauft, lässt sich auf eine langjährige Beziehung zu seinem Schornsteinfeger ein. Nicht nur die regelmäßige Kontrolle und Reinigung, sondern auch die Abnahme nach dem Einbau gehören zu dessen Aufgaben. Da die Ansprüche an die Gesamtanlage (Kamin & Ofen) leicht variieren können, beziehen Sie ihn am besten gleich von Anfang an ein. Teure Änderungen bleiben Ihnen so erspart.
LeistungBei der Leistung des Ofens sollte man auf keinen Fall nach der Devise "viel hilft viel" verfahren (es sei denn Sie möchten damit eine Turnhalle beheizen). Ofenbauer empfehlen pro 15m3 Wohnraum 1kW Leistung. Ist Ihre gute Stube also 30m2 groß und 2,5m hoch sollten 5kW reichen. Reden sie darüber mit Ihrem Händler. Ein ständig überheiztes Zimmer ist genauso unangenehm wie ein kaltes.
WirkungsgradDer Wirkungsgrad moderner Kaminöfen liegt bei über 75%. Ein zu niedriger Wirkungsgrad führt zu erhöhtem Brennstoffverbrauch und erhöhter Umweltbelastung. In den technischen Daten der Ofenhersteller finden Sie die Angabe. |
|
|
|
|
<< Start < Prev 1 2 Next > End >>
|
|
Page 1 of 2 |